Gibt es Engel?

Ja es gibt Engel. Wir haben unseren Engel kennen gelernt.

In Zeiten wie die unsere waren, fängt man an an alles Mögliche zu denken. Wir waren so traurig, so hilflos und kamen einfach nicht voran.

Doch dann sollte sich das Blatt ändern.

Nachdem letzten Dreh in Berlin und den dann von uns getroffenen Entschluß noch nicht aufzugeben haben wir wieder Hoffnung verspürt.

 

MMN und Bernd Reufels haben umgehend eine qualifizierte Trainerin gefunden die von Maja ausgebildet wurde. Bernd Reufels hat dann sofort alles organisiert, ich hatte Glück auch noch in der Nähe eine Ferienwohnung buchen zu können,  so daß ich mein Abenteuer dann eine Woche später angetretten konnte.

 

Meine Training sollte in Schleswig Holstein stattfinden. In der HUTA Kiel, bei Susanne durfte ich nun lernen.

Es war eine großartige Erfahrung.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich jeden Tag 2 Stunden mit Susanne verbringe. So wie man das ebend aus den Hundeschulen kennt. Aber da lag ich aber mal so was von falsch. Susanne hat sich mit mir zusammen in ein Abenteuer gestrüzt wobei nicht klar war, wie es ausgehen wird.

 

Mein/ unser Glück war es, dass wir mit Susanne keine herkömmliche Trainerin an die Hand bekommen haben, sondern eine Persönlichkeit, die es ebenso versteht mit Hunden zu komunizieren wie MMN es vermag und das Größte, sie kann es auch mit Menschen.

 

 

Das Training beginnt

Es liegen nun 2 Wochen intensives Training hinter uns. Und wir haben soviel gelernt.

Aber fangen wir mal von vorne an.

Wie ja bereits im Film zu sehen war, war Hutch für uns nicht zu händeln.

Wir bekamen nun die einmalige Chance 2 Wochen in Susannes Hunderudel zu leben und zu lernen. An manchen Tagen waren bis zu 15 Hunden aller Rasen vertreten. Das war ein so unglaubliches Erlebnis, dass ich es noch immer nicht fassen kann, dass wir das erleben durften.

Dadurch, dass wir fast immer den ganzen Tag zusammen waren, konnte Susanne nun genau beobachten, wo unser Problem liegt.

 

Schnell war klar. Hutch ist ein Hund, der mich spiegelt. Er zeigte mir eigentlich die ganze Zeit wie wirr ich im Kopf bin. Alles muss immer schnell gehen. Ich will es umbedingt jeden zeigen das ich das kann. Ich habe soviel gelesen und soviele Tipps bekommen wie ich meinen Hutch erziehen muss. Aber niemand (MMN ausgeschlossen) hat mir so klar vor Augen geführt, dass nicht Hutch das Problem ist, sondern, das ich bzw. wir das Problem sind.

Durch unsere und besonders meine Unruhe habe ich Hutch immer noch mehr gehetzt. Dann kam dazu, dass ich mit jedem Tag der verging immer unsicherer wurde. Letztendlich ging gar nichts mehr.

Ein Teufelskreis im wahrsten Sinne.

Mit Susannes Hilfe konnte ich nun diesen Kreis aufbrechen. Erstmal hieß es für mich "RUHE". Alles mal langsam angehen. Das fing tatsächlich damit an, langsam aufzustehen. In einem Rudel lernt man das ganz schnell. Ist man hier nicht langsam und ruhig, entsteht Chaos und das wollte ich natürlich umbedingt verhindern.

 

Neben den eigentlichen Trainingsstunden indem wir die Leinenführung und Gehorsam sowie Unterordnung mit Hutch geübt habe ich viele Lehrstunden in das faszinierende Leben in einem Hunderudel bekommen. Es war unglaublich spannend und lehrreich.

Zu verstehen und zu sehen wie Hunde untereinander agieren war toll. Ich  habe nun den Vorteil, dass ich nicht nur das Führen gelernt habe, sondern auch die Sprache der Hunde viel besser verstehen und lesen kann als ich je für möglich gehalten habe.

 

All das, was ich hier gesehen und gelernt habe läßt sich nun in unserer Leben einfügen. Wenn ich mich so verhalte wie es der Leithund von Susanne gemacht hat, können wir es schaffen. Mit Ruhe, Geduld, Souveränität und Bestimmtheit, Freundlichkeit, Respekt und Vertrauen werde ich mein Rudel in den Griff bekommen.

 

Das hört sich jetzt einfacher an als es ist. Ich muss viel üben und am Ball bleiben, aber das will ich auch.

 

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen, wir behalten unseren Hutch. Das mit der Führung habe ich gelernt. Ich habe das richtige Werkzeug an die Hand bekommen und wenn wieder mal alles schief läuft, schaue ich in meinen Spiegel und frage mich: Was ist los, warum bist du so augewühlt?